Mit alten Ziegeln mauern: So entsteht eine authentische Mauer

Das Mauern mit alten Ziegeln erfordert besondere Aufmerksamkeit für Maßabweichungen, Saugfähigkeit, Mörtel und Farbverteilung. Lesen Sie Schritt für Schritt, wie Sie alte Backsteine verarbeiten.

Warum das Mauern mit alten Ziegeln anders ist

Eine Mauer aus alten Mauerziegeln erhält ihren Charakter gerade durch Unterschiede in Farbe, Struktur, Maß und Patina. Diese Eigenschaften verlangen beim Mauern zugleich etwas mehr Aufmerksamkeit als vollständig maßhaltige moderne Fassadenziegel.

Innerhalb einer historischen Partie können geringe Maßabweichungen vorkommen. Auch die Saugfähigkeit der Steine kann variieren. Deshalb ist es wichtig, vor Beginn mehrere Steine aus der Partie anzusehen und auszumessen sowie den gewählten Mörtel und die Verarbeitung darauf abzustimmen.

Das Ergebnis muss ausdrücklich nicht vollkommen einheitlich sein. Eine gut gemauerte Wand aus alten Ziegeln darf die natürlichen Nuancen des ursprünglichen Materials zeigen. Anregungen finden Sie auch bei unseren realisierten Projekten mit alten Baumaterialien.

Authentische Fassadenziegel, gelbe Formback-IJsselsteine

Schritt 1: Wählen Sie eine passende Partie alter Ziegel

Die Wirkung der fertigen Mauer beginnt mit dem Stein. Entscheiden Sie nicht anhand eines einzelnen Steins oder Fotos, sondern betrachten Sie einen repräsentativen Teil der Partie.

In unserem Sortiment finden Sie unter anderem alte Handformziegel, Formbackziegel, IJsselsteine, friesische gelbe Ziegel und Groninger Ziegel. Jede Sorte und jede Partie hat ihr eigenes Format, Farbspiel und Gefüge.

Prüfen Sie vor dem Kauf außerdem, ob aus derselben Partie genügend Material für das gesamte Projekt vorhanden ist, einschließlich einer angemessenen Reserve für Verschnitt, Bruch und Sortierverlust.

Schritt 2: Format, Schichthöhe und Kopfmaß bestimmen

Alte Backsteine sind nicht immer vollständig maßhaltig. Messen Sie deshalb mehrere Steine und verwenden Sie ein Durchschnittsmaß als Ausgangspunkt für das Mauerwerk.

Die Schichthöhe ergibt sich aus der durchschnittlichen Steinhöhe plus Lagerfuge. Das Kopfmaß ergibt sich aus der durchschnittlichen Steinbreite plus Stoßfuge. Indem Sie mehrere Steine neben- und übereinander messen, lassen sich kleine Unterschiede innerhalb der Partie besser ausgleichen.

Weitere Hintergründe zu historischen Formaten finden Sie in unserer Erläuterung zu den Abmessungen von Backsteinen.

Schritt 3: Mauerwerksverband wählen

Der Mauerwerksverband beeinflusst sowohl die Optik als auch die erforderliche Sortierung der Steine. Ein Läuferverband verlangt beispielsweise eine andere Verteilung von Sichtseiten und Köpfen als ein Kreuzverband oder Blockverband.

Bei traditionellen Verbänden, in denen viele Köpfe sichtbar sind, sollten Sie vorab prüfen, wie viele gute Kopfseiten in der Partie vorhanden sind.

Vergleichen Sie die Möglichkeiten in unserer Erläuterung zu den verschiedenen Mauerwerksverbänden.

Schritt 4: Für einen geeigneten Untergrund oder ein Fundament sorgen

Eine gemauerte Wand muss auf einem ausreichend tragfähigen und stabilen Untergrund stehen. Das notwendige Fundament oder die Unterstützung hängt unter anderem von Höhe, Dicke, Konstruktion und Standort der Mauer ab.

Für eine kleine Gartenmauer gelten andere Anforderungen als für tragendes Mauerwerk oder eine vollständige Fassade. Lassen Sie den konstruktiven Aufbau im Zweifel von einem Fachbetrieb bestimmen und halten Sie sich bei Neubauten an die geltenden Pläne und Vorschriften.

Schritt 5: Alte Ziegel vorbereiten

Wiederverwendete Ziegel müssen ausreichend sauber sein, damit sie erneut vermauert werden können. Alte Mörtelreste werden deshalb vorher so weit wie möglich entfernt. Dies bezeichnen wir als Reinigen der Ziegel von Mörtelresten.

Kontrollieren Sie bei der Verarbeitung auch die Sichtseiten. Nicht jede Seite eines alten Steins muss gleich schön sein. Wenn Sie die beste Sichtseite nach außen drehen und Farben sowie Nuancen ausgewogen über die Mauer verteilen, entsteht ein ruhigeres und natürlicheres Gesamtbild.

Mischen Sie bei einer nuancierten Partie Steine aus verschiedenen Paletten oder Bereichen der Partie. So erscheinen mögliche Farbunterschiede später nicht als getrennte Flächen in der Fassade.

Schritt 6: Feuchtigkeit der Steine auf den Mörtel abstimmen

Wie viel Wasser ein alter Stein aufnimmt, unterscheidet sich je nach Sorte und Partie. Sehr trockene, stark saugende Steine können dem Mörtel schnell Feuchtigkeit entziehen, während zu nasse Steine die Verarbeitung ebenfalls beeinträchtigen können.

Beurteilen Sie deshalb besser die Saugfähigkeit der tatsächlichen Partie, anstatt grundsätzlich jeden alten Stein vollständig unter Wasser zu tauchen. Die richtige Vorbehandlung hängt mit dem Stein, dem Mörtel, den Wetterbedingungen und der Verarbeitungsmethode zusammen.

Schritt 7: Einen passenden Mauermörtel wählen

Verwenden Sie nicht für jeden alten Stein ein universelles festes Mischungsverhältnis. Welcher Mörtel geeignet ist, hängt unter anderem vom Stein, seiner Saugfähigkeit, der Anwendung, der Fuge, der Witterungsbelastung und der vorhandenen Konstruktion ab.

Bei Restaurierungen oder Anschlüssen an historisches Mauerwerk kann auch der vorhandene Mörteltyp eine wichtige Rolle spielen. Lassen Sie den Mörtel im Zweifelsfall auf Material und Anwendung abstimmen.

Schritt 8: Die ersten Schichten sorgfältig mauern

Die ersten Schichten bestimmen die Maße der restlichen Mauer. Arbeiten Sie mit Profilen und Maurerschnur und kontrollieren Sie regelmäßig Höhe, Flucht und Lot.

Verteilen Sie geringe Maßabweichungen nach und nach über das Mauerwerk. Versuchen Sie nicht, jeden historischen Stein einzeln in ein vollkommen strenges modernes Raster zu zwingen. Gerade die gleichmäßige Verarbeitung der natürlichen Unterschiede sorgt für ein überzeugendes Ergebnis.

Schritt 9: Farben, Strukturen und Sichtseiten verteilen

Bei alten Steinen ist dies einer der wichtigsten Arbeitsschritte. Eine nuancierte Partie kann rote, orangefarbene, gelbe, dunkle oder kalkartige Töne enthalten. Werden die Paletten nacheinander verarbeitet, können unerwünschte Farbflächen entstehen.

Öffnen Sie deshalb mehrere Paletten gleichzeitig und mischen Sie die Steine beim Mauern. Betrachten Sie die Fassade regelmäßig mit etwas Abstand. So erkennen Sie viel schneller, ob sich bestimmte Farben oder Strukturen an einer Stelle häufen.

Auf unserer Projektseite sehen Sie, wie verschiedene Sorten alter Steine in vollständigen Fassaden, Anbauten oder Gartenmauern zur Geltung kommen.

Schritt 10: Fugen passend zum Stein ausführen

Die Fuge hat großen Einfluss auf die Gesamtwirkung. Derselbe alte Stein kann mit einer hellen, dunklen, zurückliegenden oder bewusst auffälligen Fuge völlig anders aussehen.

Wählen Sie Fugenfarbe, Fugenbreite und Fugenart deshalb gemeinsam mit dem Stein und dem gewünschten historischen Erscheinungsbild. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blog über Fugenmörtel für alte Backsteine.

Alte, von Mörtelresten gereinigte Mauerziegel für hochwertige Neubauten

Häufige Fehler beim Mauern mit alten Ziegeln

Alle Steine aus einer Palette direkt nacheinander verarbeiten. Dadurch können Farb- und Strukturunterschiede als sichtbare Flächen in der Mauer erscheinen. Mischen Sie nuancierte Partien während der Verarbeitung möglichst gut.

Von einem einzigen exakten Steinmaß ausgehen

Historische Partien können geringe Maßabweichungen enthalten. Messen Sie deshalb mehrere Steine und stützen Sie die Maßplanung auf einen repräsentativen Durchschnitt.

Für jeden alten Stein ein festes Mörtelverhältnis verwenden

Nicht jeder alte Stein besitzt dieselbe Saugfähigkeit oder wird gleich eingesetzt. Stimmen Sie den Mörtel auf die tatsächliche Partie und Konstruktion ab.

Zu wenige Ziegel bestellen

Eine historische Partie ist endlich. Wenn später zusätzliches Material benötigt wird, ist möglicherweise nicht mehr genau dieselbe Partie verfügbar. Planen Sie deshalb von Anfang an eine ausreichende Reserve ein.

Nur den einzelnen Stein betrachten

Eine Fassade besteht aus Tausenden Steinen, Fugen und Nuancen. Beurteilen Sie deshalb immer, wie eine Partie im Gesamtbild wirkt, und sehen Sie sich nach Möglichkeit realisierte Beispiele an.

Alte Ziegel für Neubauten, Restaurierungen oder Gartenmauern verwenden

Alte Mauerziegel sind vielseitig einsetzbar. Sie werden genutzt, um vorhandenes historisches Mauerwerk zu ergänzen, aber auch für komplette Neubauten, Anbauten, Scheunen, Gartenmauern und andere neue Konstruktionen.

Gerade bei Neubauten kann der Kontrast reizvoll sein: Konstruktion und Wohnkomfort sind modern, während das alte Mauerwerk sofort eine gealterte, charaktervolle Ausstrahlung vermittelt. Lesen Sie dazu auch unseren ausführlichen Blog über das Bauen mit alten Mauerziegeln.

Möchten Sie sehen, wie das in der Praxis aussieht? Unter unseren realisierten Projekten finden Sie Beispiele mit friesischen gelben Ziegeln, IJsselsteinen, Handformziegeln, Formbackziegeln und Groninger Ziegeln.

Alte Mauerziegel für Ihre Wand kaufen

Bei Van Dillen Antieke Bouwmaterialen finden Sie ein großes und laufend wechselndes Sortiment alter Mauerziegel für Neubau, Restaurierung und Renovierung. Die Ziegel werden partieweise ausgewählt und bei Bedarf für die Wiederverwendung von Mörtelresten gereinigt und sortiert.

Haben Sie bereits Zeichnungen, einen gewünschten Mauerwerksverband oder die erforderliche Quadratmeterzahl? Dann beraten wir Sie gezielt zu einer passenden Partie und der benötigten Menge. Sehen Sie sich das aktuelle Sortiment an oder besuchen Sie uns in Bolsward, um verschiedene Partien direkt miteinander zu vergleichen.

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