
Wie mauert man eine authentische Mauer mit alten Steinen?
Das Mauern mit alten Steinen verlangt eine sorgfältige Arbeitsweise, bei der die Eigenschaften historischer Mauersteine berücksichtigt werden. Mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Werkzeug entsteht eine schöne authentische Mauer.
Warum alte Steine beim Mauern wählen?
Alte Mauersteine geben Ihrer Mauer sofort Charakter. Neue Backsteine haben eine gleichmäßige Farbe und Oberfläche, historische Steine erzählen dagegen durch Format, Textur und Patina eine Geschichte. Diese Variation entsteht durch jahrelange Einwirkung von Wind, Regen und Sonne. Für Fassade, Gartenmauer oder niedrige Mauer ergibt das eine lebendige Ausstrahlung, die neue Materialien nicht erreichen.
Mit wiederverwendeten Steinen tragen Sie außerdem zum zirkulären Bauen bei. Die Steine stammen aus abgebrochenen Bauernhöfen und historischen Gebäuden und erhalten in Ihrem Projekt ein zweites Leben. So werden Rohstoffe gespart und wertvolles Erbe bleibt erhalten.
Was braucht man, um ein Mäuerchen mit alten Steinen zu mauern?
Die Vorbereitung beginnt mit dem richtigen Werkzeug und Material. Sie benötigen:
Werkzeug
- Eine Kelle zum Auftragen von Mörtel und Entfernen von Überschuss.
- Meißel und Hammer, um Steine auf Maß zu brechen.
- Wasserwaage und Messlatte, um Ausrichtung und Lot zu prüfen.
- Mauerprofile oder Ecklatten mit gespannter Schnur.
- Einen Mörtelkübel.
Material
- Ausreichend alte Backsteine
Rechnen Sie die benötigte Menge pro Quadratmeter. Bei einer halbsteinigen Mauer benötigen Sie etwa 78 Steine pro m2, bei einer einsteinigen Mauer das Doppelte. Für den Mörtel brauchen Sie Zement und Sand im Verhältnis 1:3. Bestellen Sie immer etwa 10% zusätzlich.
Schritt-für-Schritt eine kleine Mauer mit alten Steinen mauern
Step 1: Fundament anlegen
Beginnen Sie mit einem ebenen, stabilen Fundament. Bauen Sie eine Schalung aus Betonplex, richten Sie sie waagerecht aus und füllen Sie sie mit Beton. Lassen Sie das Fundament mindestens eine Woche aushärten. Ein gutes Fundament verhindert Setzung und Schiefstand.
Step 2: Mauerprofile setzen
Bestimmen Sie den gewünschten Mauerverband. Setzen Sie an beiden Enden der Mauer ein Mauerprofil oder eine Ecklatte. Berechnen Sie die Schichthöhe, indem Sie zehn Steine aufeinanderlegen, das Maß durch zehn teilen und 10 mm Fugenbreite addieren. Bei historischen Steinen liegt dieses Maß oft zwischen 6 und 7 cm.
Step 3: Steine vorbereiten
Feuchten Sie die Steine leicht an, indem Sie sie kurz in einen Eimer Wasser tauchen. Zu trockene Steine ziehen Feuchtigkeit aus dem Mörtel, wodurch die Haftung schwächer wird. Zu nasse Steine lassen den Mörtel herauslaufen. Testen Sie die Feuchtigkeit, indem Sie zwei Steine mit Mörtel zusammendrücken; nach einigen Minuten sollte an beiden Steinen Mörtel haften.
Step 4: Mörtel mischen
Mischen Sie Zement und Sand im Verhältnis 1:3, bis eine gleichmäßige Farbe entsteht. Geben Sie nach und nach Wasser hinzu, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Für eine halbsteinige Mauer rechnen Sie etwa 25 Liter Mörtel pro m2, für eine einsteinige Mauer etwa 60 Liter pro m2.
Step 5: Erste Schicht mauern
Bringen Sie Mörtel auf das Fundament auf und setzen Sie den ersten Stein. Klopfen Sie ihn mit der Kelle an, bis die Oberkante auf Höhe der gespannten Schnur liegt. Tragen Sie auch an der Kopfseite jedes Steins Mörtel auf, bevor Sie den nächsten setzen. Kontrollieren Sie regelmäßig mit der Wasserwaage.
Step 6: Zweite und folgende Schichten
Sorgen Sie für Verband, indem die Fugen der aufeinanderfolgenden Schichten verspringen. Beginnen Sie eine Schicht mit einem ganzen Stein, die nächste mit einem halben. Brechen Sie Steine, indem Sie mit dem Meißel eine Kerbe setzen und dann einen kräftigen Schlag geben. Schieben Sie die Schnur bei jeder Schicht eine Markierung höher.
Step 7: Fugen fertigstellen
Kratzen Sie die Fugen noch am selben Tag etwa 1 cm tief mit einem Fugeisen oder der Kellenspitze aus. Nach zwei Wochen sind die Fugen ausreichend ausgehärtet. Sie können verschiedene Fugenarten wählen: eine glatte Fuge für ein straffes Bild, eine geschnittene Fuge für traditionelle Ausstrahlung oder eine zurückliegende Fuge für rustikalen Charakter. Bürsten Sie die Mauer anschließend mit einer weichen Bürste ab.
Kann man alte Backsteine mit neuen kombinieren?
Manchmal möchten Sie alte Steine mit neuem Mauerwerk kombinieren, etwa bei einem Anbau oder einer Teilreparatur. Das verlangt besondere Aufmerksamkeit für Farbe und Format. Historische Backsteine haben oft andere Maße als moderne Steine. Diese Unterschiede können durch angepasste Fugenbreite weniger sichtbar werden. Auch die Farbe kann abweichen. Gerade die Abnutzung alter Backsteine macht sie so einzigartig.