
Wie verlegt man antike Bodenfliesen?
Antike Bodenfliesen zu verlegen verlangt eine andere Arbeitsweise als das Fliesen eines modernen Badezimmers. Alte Plavuizen, Estrikken und französische Fliesen können mehrere Zentimeter in der Dicke variieren. Deshalb sind traditionelle Verlegemethoden und die richtige Fugenwahl wichtig.
Was Sie wissen müssen, bevor Sie antike Bodenfliesen verlegen
Anders als bei modernen Fliesen ist der Dickenunterschied bei alten Materialien kein Fabrikationsfehler, sondern ein authentisches Merkmal. Eine Partie antiker Bodenfliesen kann Unterschiede von zwei bis drei Zentimetern aufweisen. Das liegt daran, dass sie handwerklich hergestellt wurden und aus verschiedenen Teilen historischer Gebäude stammen. Jede Fliese ist dadurch einzigartig, aber Standard-Fliesenkleber aus dem Baumarkt reicht oft nicht aus.
Bei antiken Fliesen mit deutlichem Dickenunterschied arbeitet man unter der Schnur. Sie spannen eine Schnur auf Peilhöhe und verlegen jede Fliese so, dass die Oberseite die Unterkante der Schnur berührt. Dafür verwendet man Trasszement, ein traditionelles Material, das sehr gut ausgleicht. Bei geringeren Dickenunterschieden ist ein Fliesenmörtel wie Strasser Egalfix Plus eine gute Wahl. Bei kaum vorhandenen Unterschieden kann in Ausnahmefällen Fliesenkleber verwendet werden.
Die Arbeitshöhe hängt von der Methode ab: Bei Zement und Sand benötigen Sie etwa fünf Zentimeter, inklusive Fliese und Zementbett. Bei Fliesenmörtel oder Kleber sind es etwa zwei bis drei Zentimeter. Bei Fußbodenheizung muss die zusätzliche Höhe der Leitungen berücksichtigt werden.
Benötigte Materialien zum Verlegen eines alten Bodens
Neben den Fliesen selbst benötigen Sie für die Unterlage:
- Trasszement bei stark wechselnden Dicken
- Fliesenmörtel bei mäßigem Dickenunterschied
- in manchen Fällen Fliesenkleber.
Bei porösen Materialien wie Bourgondischen Dallen oder alten Plavuizen wählen Sie weißen Zement oder weißen Kleber, weil das Durchschlagen verhindert. Grauer Zement kann durch die Fliese wandern und dunkle Flecken verursachen.
Für die Linienführung benötigen Sie:
- Spannschnüre und stabile Nägel
- eine lange Latte zur Kontrolle der Ebenheit
- Fliesenschneider, Fliesensäge und Zange für Zuschnitte
- eine Fliesenfeile für glatte Kanten.
Zum Fugen benötigen Sie:
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Sand: Silber- oder Fugensand für feine Fugen, Mauersand für gröbere
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Die Fugenfarbe bestimmen Sie durch das Verhältnis von Sand zu grauem oder weißem Zement. Legen Sie vorher eine Probefuge an.
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Außerdem brauchen Sie einen Gummischieber, einen großen Schwamm und ausreichend sauberes Wasser.

Worauf Sie beim Verlegen eines alten Bodens achten müssen
Der Untergrund muss eben sein, wie bei jeder Fliesenarbeit. Antike Fliesen verlangen zusätzlich eine langsam trocknende Fuge. Materialien wie alte Estrikken und alte Plavuizen ziehen viel Feuchtigkeit aus dem Zement. Trocknet die Fuge zu schnell, härtet sie nicht richtig aus. Deshalb werden die Fliesen vor dem Einschlämmen gut genässt. Arbeiten Sie in Abschnitten von etwa fünf Quadratmetern: erst verfugen, dann sofort sauber schwämmen.
Fliesen mit Farbnuancen müssen vorher gut gemischt werden. Nehmen Sie Kisten durcheinander und legen Sie während der Arbeit Ihre eigene Auswahl. So verteilen sich Farben und Muster gleichmäßig über den Boden.
Bei groben Fliesen beträgt die Fugenbreite etwa einen Zentimeter.
Achten Sie auf die Verlegerichtung. Spannen Sie die Schnüre rechtwinklig zur Tür, damit die Sichtlinie gerade wirkt. Gerade bei alten handgemachten Fliesen fällt eine Abweichung schneller auf als bei modernen, exakt produzierten Fliesen. Kontrollieren Sie regelmäßig und korrigieren Sie, solange das Bett noch nicht ausgehärtet ist.
Schritt-für-Schritt selbst Estrikken oder alte Plavuizen verlegen
Schritt 1: Berechnen Sie zuerst die Anzahl der Fliesen.
Schritt 2: Messen Sie die Fläche und berücksichtigen Sie die Fugenbreite. Sorgen Sie dafür, dass Passstücke gegenüberliegend gleich groß werden.
Schritt 3: Kaufen Sie lieber etwas zu viel als zu wenig. Antike Partien sind einzigartig; später in derselben Nuance nachzukaufen ist selten möglich.
Schritt 4: Prüfen Sie, ob ein Ausgleich nötig ist. Ein ebener Untergrund ist wesentlich. Kleine Unebenheiten können mit Mörtel oder Trasszement aufgenommen werden, größere Abweichungen müssen vorher ausgeglichen werden.
Schritt 5: Sortieren und mischen Sie die antiken Fliesen vor dem endgültigen Verlegen. Nehmen Sie Fliesen aus verschiedenen Kisten oder Paletten und legen Sie sie im Raum aus.
Schritt 6: Spannen Sie die Schnüre genau auf die gewünschte Peilhöhe. Setzen Sie die Schnüre rechtwinklig zur wichtigsten Türöffnung oder Sichtlinie.
Schritt 7: Bereiten Sie die Unterlage nach der Dicke Ihrer Partie vor. Verwenden Sie ein traditionelles Trasszementbett mit etwa 5 cm Arbeitshöhe oder Fliesenmörtel bei geringerem Dickenunterschied.
Schritt 8: Verlegen Sie unter der Schnur. Beginnen Sie in der Ecke und arbeiten Sie entlang der Linie. Klopfen Sie jede Fliese vorsichtig mit einem Gummihammer in den Mörtel, bis die Oberseite die Unterkante der Schnur berührt.
Schritt 9: Schneiden Sie Passstücke für Ränder, Türpfosten und Leitungen zu.
Schritt 10: Nässen Sie den verlegten Boden gründlich, bevor Sie verfugen.
Schritt 11: Verfugen Sie in Abschnitten von maximal fünf Quadratmetern. Bringen Sie das Fugenmaterial mit einem Gummischieber ein und drücken Sie es fest in die Zwischenräume.
Schritt 12: Schwämmen Sie den Boden direkt nach dem Verfugen mit einem großen Schwamm und sauberem Wasser ab.