Gelbe antike Plavuizen

Der Unterschied zwischen Plavuizen und Estrikken erklärt

Plavuizen und Estrikken sind beide gebrannte keramische Bodenfliesen aus Ton. Der Unterschied liegt in der Oberfläche. Estrikken sind immer glasiert, während der Begriff Plavuizen sowohl glasierte als auch unglasierte Fliesen umfasst.

Was ist der Unterschied zwischen Plavuizen und Estrikken?

Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet, aber es gibt einen kleinen Unterschied. Plavuizen bilden die übergeordnete Kategorie: Fast alle gebrannten keramischen Bodenfliesen aus Ton fallen darunter. Estrikken sind die glasierte Variante innerhalb dieser Kategorie. Die Glasur gibt der Fliese eine glänzende, oft farbige Oberfläche in Braun-, Gelbgrün- oder Grautönen. Unglasierte Plavuizen werden auch Tuimelaars genannt. Sie haben eine matte, erdige Ausstrahlung und zeigen die natürliche Farbe des gebrannten Tons.

Der Unterschied zwischen Plavuizen und Fliesen ist breiter. Fliese ist ein moderner Sammelbegriff, der auch industriell hergestellte Keramik und Wandfliesen umfasst. Plavuizen verweisen auf handwerklich gefertigte Bodenfliesen, oft handgeformt und dicker als heutige Fliesen. Sie stammen aus einer Zeit, in der jede Fliese etwas anders war. Das macht authentische alte Plavuizen so wertvoll: Kein Boden wird identisch.

 

Herkunft und Definition beider Bodenfliesen

Estrikken verdanken ihren Namen dem Mittelalter, als quadratische Natursteinfliesen so genannt wurden. Gebrannter Ton war günstiger herzustellen als Naturstein, ahmte aber Form und Funktion nach. Ab dem späten Mittelalter wurde Glasieren üblich. Es machte die Fliesen feuchtigkeitsbeständiger und leichter zu reinigen. In niederländischen und flämischen Bauernhöfen, Klöstern und Herrenhäusern wurden glasierte alte Estrikken deshalb vor allem in Küchen, Wirtschaftsräumen und Fluren verwendet.

Antike Estrikken mit brauner Glasur

Unglasierte Plavuizen fanden ihren Weg in Scheunen, Ställe und Arbeitsräume. Sie waren robust und erschwinglich. Weil sie weniger empfindlich gegen Frostsprünge waren, wurden sie manchmal auch im Außenbereich eingesetzt. Handwerkliche Töpfereien produzierten sowohl glasierte als auch unglasierte Varianten. Die häufigsten Maße waren quadratisch, von 11 x 11 cm bis 30 x 30 cm. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war 13 x 13 cm ein Standardformat.

Neben niederländischen alten Estrikken finden Sie bei Van Dillen Antike Baumaterialien auch alte französische Fliesen. Französische Terrakottafliesen haben eine wärmere, orangefarbene Farbe und oft größere Formate. Die Herstellungstechniken unterschieden sich je nach Region, was man an Farbe, Härte und Textur sieht.

Unterschied zwischen keramischen Fliesen und Naturstein

Der Unterschied zwischen keramischen Fliesen und Naturstein liegt im Rohstoff. Keramik wird aus Ton gebrannt und erhält ihre Härte im Ofen. Naturstein wird aus Fels gewonnen und ist bereits Millionen Jahre alt. Dazu gehören Schiefer, Kalkstein und Sandstein. Beide Materialien wurden als Bodenbelag verwendet, haben aber andere Eigenschaften.

Keramische Plavuizen sind oft leichter, gleichmäßiger in der Struktur und einfacher zu verlegen. Naturstein ist schwerer, kühler und zeigt oft Adern oder Fossilien. In historischen Interieurs wurden beide Materialien nebeneinander eingesetzt. Im Flur konnte Naturstein liegen, in der Küche Keramik. Authentizität entsteht durch Material, das zum Baustil und zur Herkunft des Gebäudes passt. Bei Renovierungen von Bauernhöfen oder Herrenhäusern sind antike Bodenfliesen oft die naheliegende Wahl.

Woran erkennt man authentische alte Plavuizen und Estrikken?

Echte alte Stücke zeigen Unregelmäßigkeiten, die maschinelle Reproduktionen nicht nachahmen. Achten Sie auf Maßabweichungen: Keine handgeformte Fliese ist exakt gleich. Schauen Sie sich die Kanten an: Sind sie stumpf, abgerundet oder leicht wellig? Farbunterschiede innerhalb einer Partie weisen auf natürliche Variation im Ton und auf die Lage im Ofen beim Brennen hin.

Abnutzung ist ein weiteres Merkmal. Authentische Plavuizen tragen Rillen, kleine Vertiefungen und glänzende Stellen, wo jahrhundertelang gelaufen wurde. Glasur kann abgenutzt oder verfärbt sein. Diese Patina lässt sich nicht künstlich herstellen, ohne den Charme zu verlieren. Bei Estrikken sieht man manchmal Craquelé in der Glasur, verursacht durch Temperaturschwankungen und Alter.

Auch die Dicke verrät viel. Alte Plavuizen sind oft 2 bis 3 cm dick, also deutlich dicker als moderne Fliesen. Sie liegen schwer in der Hand. Die Unterseite kann leicht geräuchert sein oder Spuren von Sand zeigen, der von der Trockenplatte vor dem Brennen stammt.

Kurz gesagt, achten Sie auf:

  • Unregelmäßigkeiten
  • Abnutzung
  • Dicke

Häufige Fragen zu alten Bodenfliesen

Welche Arten von Bodenfliesen gibt es?

Es gibt keramische Bodenfliesen wie Plavuizen, Estrikken und französische Plavuizen aus gebranntem Ton. Daneben gibt es Naturstein: Schiefer, Sandstein, Kalkstein und Marmor. Innerhalb der Keramik unterscheidet man glasierte Fliesen (Estrikken) und unglasierte Fliesen (Plavuizen). Französische Terrakotta und niederländische Tonfliesen unterscheiden sich in Farbe, Format und Herkunft.

Sind alte Bodenfliesen für Fußbodenheizung geeignet?

Ja, alte Bodenfliesen sind für Fußbodenheizung geeignet. Alte Plavuizen leiten Wärme durch ihre Dicke und Dichte gut. Verlegen Sie sie auf einem trockenen, ebenen Untergrund mit geeignetem Kleber oder Mörtel, der Temperaturschwankungen verträgt. Wir empfehlen immer Rücksprache mit Ihrem Fliesenleger.

Woran erkenne ich alte antike Bodenfliesen?

Antike Bodenfliesen erkennen Sie an Unregelmäßigkeiten, Abnutzung und Dicke. Die Glasur von Estrikken ist zum Beispiel durch Nutzung oft leicht beschädigt.

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